Malta im Winter: Eine gute Idee?

Malta stand schon lange auf unserer Wunschliste – und war, das können wir ja jetzt verraten, die Alternative zu Portugal als letztes Land unserer Weltreise. Da Portugal damals das Rennen gemacht hat, stand unser Winter-Reiseziel für den Kurztrip nach Neujahr jetzt schnell fest: Malta. Ob das eine gute Idee war und was wir im Januar auf der Mittelmeerinsel erlebt haben, lest Ihr hier.

Erste Überraschung: Die Temperaturen

Als wir diese Reise gebucht haben, sind wir – dank Internetrecherche – davon ausgegangen, dass uns Temperaturen zwischen 15 und 20 Grad Celsius erwarten. Frühlingshaft, könnte man meinen. Das kühle Erwachen kam am Abend unserer Ankunft: 9 Grad und Nieselregen empfingen uns. Leider sollten sich die Temperaturen in den folgenden Tagen auch nicht bedeutend nach oben bewegen. Im Gegenteil: die lokale Wettervorhersage sprach von vier Grad Celsius. Immerhin meinte es die Sonne gut mit uns und spendierte immer vormittags wunderschönes Licht und hier und da auch ein bisschen Wärme. Gegen 16 Uhr fing es dann jeden Tag an zu regnen – Winter am Mittelmeer. Doch darauf kann man sich ja einstellen.

Gut eingepackt am Mittelmeer

Malta per Bus

Natürlich ließen wir uns vom kühlen Wetter nicht die Stimmung verhageln. Eingepackt in dicke Pullis, Jacken und warme Schuhe erkundeten wir in den nächsten Tagen die ganze Insel. Dazu kauften wir uns eine Wochenkarte für den öffentlichen Bus. Die Wochenkarte hat zur Zeit unserer Reise (Januar 2019) 21 Euro pro Person gekostet und schließt den gesamten Busverkehr auf Malta und Gozo ein. Für uns war das sehr praktisch: So muss man nicht darauf achten, wie viele Fahrten man noch auf dem Ticket hat oder wie oft man umsteigen muss, um zu einer bestimmten Sehenswürdigkeit zu kommen. Auch spontane Stops sind mit der Karte möglich.

Solltet Ihr mit dem Gedanken spielen, Malta per Mietauto zu erkunden, seid gewarnt: Es herrscht Linksverkehr und mediterraner Fahrstil trifft hier auf mittelalterlich enge Gassen. Wir waren jedenfalls verblüfft und gleichzeitig ein wenig verwundert, wie schnell und verhältnismäßig unfallfrei sich die meisten Linienbusse durch das Verkehrschaos schlängelten.

Zeitreisen: Von 3200 BC bis heute an nur einem Tag

Verblüffend ist auch die Vielfalt, die Malta seinen Besuchern offenbart. Dass der Zwergstaat eine lange Historie vorweist, in der sich über die Jahrhunderte hinweg Araber, Spanier, Italiener und Briten je mit ihren Einflüssen, Traditionen und ihrer Sprache verewigt haben, war uns bewusst. Überrascht hat uns aber, dass hier auch einige der ältesten noch erhaltenen Tempel der Menschheit stehen und besichtigt werden können.

Die Tempelanlage Ħaġar Qim

Ħaġar Qim heißt die Tempelstätte, die ca. 3200 v. Chr. auf Malta entstand. Ähnlich wie bei anderen alten Kultstätten weiß man auch hier nicht genau, für welchen Zweck die drei Tempel ursprünglich errichtet wurden. Möglicherweise dienten sie als eine Art Gemeindezentrum – oder eben als Ort der Gottesanbetung. Sicher ist, dass die Gebäude nach dem Stand der Sonne ausgerichtet waren und so auch als Kalender dienten.

Einen kleinen Teil der Tempel könnt Ihr übrigens auch sehen, wenn Ihr nicht auf Malta seid: Auf den maltesischen Ein-, Zwei- und Fünf-Cent-Münzen ist ein typisches Torelement der Anlage abgebildet.

Wer nach dem Besuch dieser alten Steine noch nicht genug Geschichte geschnuppert hat, schafft am gleichen Tag locker noch eine Zeitreise ins Mittelalter. Malta ist reich an alten Festungen, Burgen, Kirchen und Klöstern. Uns hat Mdina besonders gut gefallen. Die Stadt ist im typisch maltesischen Baustil gehalten und besticht durch ihre engen Gässchen, die gut restaurierten Festungsanlagen und die kleinen Läden und Restaurants, die typisch maltesische Spezialitäten anbieten.

Zurück in die Neuzeit gelangt man dann – wenn man will – schnell in einem der vielen Cafés, den Pastizzi-Bars oder Restaurants in Valletta oder Sliema.

Kulinarik auf Malta

Und das bringt uns auch gleich zum nächsten Thema: Essen und Trinken auf Malta. Die maltesische Kultur ist eine wilde Mischung aus mediterranen, arabischen und britischen Einflüssen – wobei bei der Kulinarik glücklicherweise die mediterranen überwiegen ;). So besteht ein typisches Gericht auf Malta beispielsweise aus frischem Fisch mit Gemüse. Kaninchen und Kaninchenleber dürfen allerdings auch auf keiner landestypischen Speisekarte fehlen – und selbst die britischen Fish & Chips sind überall zu finden. Wer es einfacher mag oder nur einen Snack braucht, wird bei den Pastizzerias fündig: In diesen kleinen Bistros werden Pastizzi (Blätterteigtaschen mit Käse-, Bohnen-, Kichererbsen- oder Fleisch-Füllung) und Ftira (Sandwiches aus knusprig getoasteten Brötchen) zu günstigen Preisen verkauft. Bei Pastizzi liegt der Preis bei ungefähr 50 Cent pro Stück, ein Ftira kostet ungefähr 3,50 Euro. Hungrig muss auf Malta niemand bleiben.

Kirchen und Heilige an jeder Ecke

Drei Dinge fallen uns ein, die uns als typisch maltesisch aufgefallen sind: die aus Sandstein gebauten Häuser, die allen Städten die gleiche einheitlich helle Farbe verleihen; der Kulturmix, der über Jahrhunderte hinweg einzigartige Traditionen und eine absolut einzigartige Sprache hervor gebracht hat; und die unglaubliche Religiösität der Malteser, die dem Besucher buchstäblich an jeder Ecke begegnet. Egal, wohin man seine Augen wendet: Garantiert taucht ein Kirchturm im Sichtfeld auf. Allein von unserem Hotelzimmer aus haben wir 16 Kuppeln und Türme gezählt. Auch kleinere Orte haben garantiert eine oder zwei sehr fein herausgeputzte Kirchen – selbst wenn die Häuser der Einwohner außen herum einen eher bescheidenen Eindruck machen. In Straßen ohne Kirche ist mindestens eine Heiligenfigur zu finden. Und in einigen Städten ziert sogar jedes Haus neben der Hausnummer ein Heiligenbild, das das Haus und seine Bewohner schützen soll.

Wir waren in der Weihnachtszeit auf Malta und haben deshalb zusätzlich noch den Weihnachtsschmuck der Insel gesehen. Neben Lichterbögen und Bäumen gehört dazu in jedem Haus eine Krippe. Und auf jeder Kirchenfassade. Und auf jeder Verkehrsinsel. Und so weiter.

Schaut man sich die Geschichte Maltas an, die von katholischen Ritterorden geprägt wurde, ist die Religiösität der Einwohner kein Wunder. Dass sie sich allerdings bis heute mit ihren Traditionen hält, macht den Charakter der Insel ein Stück weit aus.

Fazit: Malta im Winter, eine gute Idee?

Obwohl wir im unerwartet kühlen Wetter ein bisschen geschlottert haben, würden wir eine Reise nach Malta im Januar jedem empfehlen. Die Nebensaison hat ihre Vorteile – weniger Gedränge, mehr Ruhe und hin und wieder freie Plätze im Bus ;). Alles scheint ein bisschen ruhiger zu laufen als im Sommer und man hat zum Beispiel an den alten Tempeln keine Menschenmassen im Nacken. Dafür lohnt es sich, einen dicken Pullover anzuziehen. Wir jedenfalls würden es wieder machen.

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