Portugal: Bei weitem nicht das Letzte

Die Ausgangslage war schwierig für Portugal: Als letztes Land auf unserer Reise hatte es den Abschiedsstempel mental schon aufgedrückt bekommen, bevor wir in Lissabon ankamen. Doch das Land in Südeuropa machte unsere letzten Reisetage zum perfekten Abschluss.

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Noch auf dem Weg von der U-Bahn zu unserer Unterkunft in Lissabon lernten wir eine Besonderheit der Stadt kennen: Innerhalb von 500 Metern Fußweg wurde uns dreimal Haschisch angeboten. Nicht besonders versteckt übrigens – die Händler streckten uns die kleinen Marihuana-Kugeln, die aussahen wie Steine, einfach so entgegen. Leicht verwundert googleten wir die Drogengesetzte in Portugal, wurden aber aus den Ergebnissen nicht recht schlau. Anscheinend ist der Umgang mit Marihuana hier jedenfalls deutlich lockerer als bei uns.

Bevor Ihr jetzt abwegige Schlüsse zieht: Nein, das war nicht der Grund dafür, dass uns Portugal so gut gefallen hat! Im Gegenteil, der Spießrutenlauf zwischen den Händlern war eher hinderlich ;).

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Was uns an Lissabon begeisterte: Die Stadt hat Seele. Kopfsteingepflasterte Straßen und enge Gässchen zeugen von vergangenen Zeiten, in denen Portugal als Seefahrernation in großem Reichtum und kultureller Blüte lebte. An jeder Ecke stehen Häuser mit bunt gefliesten Fassaden. Durch die schmalen Sträßchen kämpft sich die Straßenbahn (und der Fahrer steigt auch mal aus, um an parkenden Autos den Spiegel einzuklappen, weil es sonst zu eng wäre). Zwischen dem Tejo und dem Rossio reihen sich Straßencafés und Restaurants aneinander, die dem Besucher Bacalhau auf verschiedenste Weisen servieren. Langweilig wird das nie: Angeblich gibt es 365 Arten, den Fisch zuzubereiten – für jeden Tag des Jahres eine .

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Heutzutage erfreut sich Portugal nicht mehr des großen Reichtums; das sieht man auch den Fassaden der in die Tage gekommenen Stadthäusern an. Doch auch das trägt zum Charme der Stadt bei. Unsere Unterkunft, ein ehrenwertes Residencial, war mit schiefen Wänden und fehlenden Fliesen ausgestattet – wir haben uns dort aber trotzdem wohlgefühlt.

Nach drei Tagen im schönen Lissabon fuhren wir mit der Bahn weiter nach Portimão an der Algarve. Hier ging es (dank Nebensaison) deutlich ruhiger zu als in der Hauptstadt, doch das Kopfsteinpflaster und der portugiesische Charme blieben uns erhalten.

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Wir machten einen Ausflug in den kleinen Fischerort Alvor, der noch recht verschlafen wirkte, im Sommer aber sicher vor Touristen nur so brummt.

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Außerdem zog es uns nach Lagos. Mit dem Zug erreicht man die Kleinstadt von Portimão aus bequem innerhalb von zwanzig Minuten. Zufällig stolperten wir in Lagos in den Wochenmarkt, auf dem Bauern aus der Umgebung Obst und Gemüse verkauften. Besonders die frischen Orangen und Zitronen lagen verführerisch in den Körben.

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Nachdem wir uns eine Weile durch die Stadt treiben lassen haben, machten wir uns auf zur Ponta da Piedade, einer Felsformation an der Atlantikküste. Sie zählt zu den Highlights der Algarve – und jetzt auch zu unseren persönlichen, denn der Ausblick war atemberaubend.

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Am nächsten Tag ging unsere kleine Algarven-Rundreise weiter nach Faro. Jetzt in der Nebensaison zeigt sich Faro als verschlafenes Örtchen, in dem man gut einen gemütlichen Cappuccino mit Blick auf den kleinen Hafen trinken kann (natürlich haben wir das auch gemacht!). Die alten Mauern und Gebäude erzählen vom Glanz vergangener Zeiten, während sich die Portugiesen in den Cafés und Pastelerias über das Fußballspiel des Tages austauschen.

 

Von Faro aus bot sich für uns ein Ausflug nach Albufeira an, dem bekannten Ferienort an der Algarve, der im Sommer besonders bei Briten sehr beliebt ist. Dementsprechend gibt es dort viele Lokale, die sich auf (britische) Touristen spezialisiert haben und günstiges English Breakfast oder Pizza anbieten. Da wir in der Nebensaison dort waren, konnten wir Albufeiras Straßen und Gassen noch relativ ruhig erkunden. Der breite Sandstrand lädt zum Sonnenbaden und Spazierengehen ein und die kleinen Cafés servieren Kaffee mit Aussicht.

An unserem letzten Abend in Faro – und damit auch dem letzten in Portugal und auf unserer Weltreise – gingen wir noch einmal am Hafen spazieren und genossen den Blick in die kleinen Gassen mit den Fliesen-verzierten Häuschen. Portugal hat uns noch einmal mit Sonnenschein und Lebensfreude verwöhnt und uns einen tollen Abschluss bereitet. Wir hoffen, es war nicht unser letzter Besuch hier.

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